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Die «Spiegelgeschichte» von Ilse Aichinger aus dem Jahr 1949 erzählt eine Lebensgeschichte rückwärts: Sie beginnt mit Tod und endet mit dem Beginn des Lebens. Ihre Handlung verläuft jedoch nicht kontinuierlich: Vorausdeutungen, Rückblenden, Zeitraffungen wirbeln unser Zeitempfinden durcheinander; die zeitlichen und räumlichen Bewegungen vorwärts und rückwärts werden zum Paradoxum.

Die Art und Weise, wie die österreichische Dichterin von Tod und Leben erzählt, lädt ein, ihre Geschichte als Spiel zu verstehen, sich auszumalen, was nicht ist, aber in der Vorstellung sein könnte. Die Inszenierung mit Tanz und Schauspiel schwebt in hoffnungsvoller Heiterkeit über dem Abgrund der unentrinnbaren Realität. Die kunstvolle Art, mit der wie beiläufig Krankenhaus- und Bestattungsrituale, Glück und Entfremdung, Nähe und Scheitern einer Liebe skizziert werden, verleiht dem Text und seiner Adaption für die Bühne eine wohltuende Zeitlosigkeit.