Das belgische Tanztheaterkollektiv Peeping Tom beschwört in einem bildgewaltigen Spektakel das dynamische Innenleben von Kindern und Heranwachsenden. Kinder waren zwar schon immer präsent im Universum von Peeping Tom, aber noch nie auf so direkte Art und Weise. Sie standen bisher für die Verlustängste der Eltern: die erwachsene Perspektive. In «Kind» wird diese auf den Kopf gestellt: die Handlung wird durch die Augen des Kindes auf die Welt, durch seine Ängste und Bedürfnisse vorangetrieben. Die Sichtweise verändert sich, während es aufwächst und sich in der Pubertät weiterentwickelt, mit allen dazugehörigen Unsicherheiten, Zweifeln, Zwängen und körperlichen Veränderungen. Kind, das sind sechs virtuose Tänzerinnen, Schauspielerinnen, Performer*innen, die ohne psychotherapeutische Familienaufstellung auskommen - stattdessen offerieren sie in ihrer theatralen Wunderkiste einen brüchigen Irrsinn abseits aller Logik von Zeit und Raum. Mit einer geballten Ladung an absurder Komik ist Peeping Tom in «Kind» auf der ewigen Suche nach Wahrhaftigkeit im Mikrokosmos namens Familie.